Was ist eine HWID und wie funktioniert sie?
Erfahren Sie, was eine Hardware-ID ist, welche Gerätewerte sie verwenden kann, wie Kennungen normalisiert und gehasht werden und worin sich HWIDs von Browser-Fingerabdrücken unterscheiden.
HWID Checker · 19. Juli 2026 · 7 Min. Lesezeit
Eine Hardware-ID (HWID) ist ein Wert, anhand dessen Software ein Gerät unterscheiden oder wiedererkennen kann. Es gibt keinen universellen HWID-Standard: Ein Produkt verwendet möglicherweise die UUID des Mainboards, ein anderes die Windows MachineGuid und ein weiteres hasht mehrere Kennungen zu einem herstellerspezifischen Fingerabdruck.
Daher kann ein und derselbe Computer mehrere gültige Werte besitzen, die alle als „die HWID“ bezeichnet werden. Bevor Sie einen solchen Wert weitergeben, sollten Sie klären, welches Feld und welches Format der Empfänger erwartet.
Welche Daten kann eine HWID enthalten?
Software kann eines oder mehrere der folgenden Merkmale verwenden:
- Mainboard — SMBIOS-UUID, Hersteller oder Seriennummer
- BIOS und Gehäuse — Seriennummern der Firmware oder des Gehäuses
- Speicher — Seriennummern physischer Laufwerke oder Volumekennungen
- CPU — Modellinformationen oder ProcessorId; die ProcessorId ist keine eindeutige Seriennummer eines einzelnen Chips
- Netzwerk — MAC-Adressen, die sich ändern oder zufällig generiert werden können
- Betriebssystem — eine Installationskennung wie die Windows MachineGuid oder die Linux machine-id
- Grafik und Arbeitsspeicher — Modellinformationen oder Firmwarewerte, sofern verfügbar
Einige Werte sind in der Firmware hinterlegt, andere kennzeichnen eine Betriebssysteminstallation und wieder andere beschreiben lediglich ein Komponentenmodell. Sie unterscheiden sich daher in ihrer Beständigkeit und Eindeutigkeit.
Wie beständig sind gängige Kennungen?
| Kennung | Typische Beständigkeit | Ändert sich bei | Wichtige Einschränkung | | --- | --- | --- | --- | | SMBIOS-UUID des Mainboards | Sehr hoch, sofern gültig | Austausch des Mainboards oder Firmwareänderungen | Kann leer oder generisch sein oder von einem Hersteller mehrfach vergeben werden | | Mainboard-Seriennummer | Sehr hoch, sofern gültig | Austausch des Mainboards | Einige Geräte geben Platzhalterwerte aus | | Seriennummer eines physischen Datenträgers | Hoch | Austausch des Laufwerks oder Firmwareänderungen | Virtuelle Datenträger und Speichercontroller können sie verbergen | | CPU ProcessorId | Hoch | Austausch der CPU | Kennzeichnet Prozessoreigenschaften, nicht einen einzelnen, eindeutig identifizierbaren Chip | | Windows MachineGuid | Mittel | Neuinstallation von Windows, Klonen eines Images oder manuelle Änderung | Installationsspezifisch und nicht physisch an die Hardware gebunden | | MAC-Adresse | Mittel | Austausch des Adapters, Zufallsgenerierung oder Softwareänderungen | Leicht zu ändern und als alleinige Kennung wenig aussagekräftig | | Linux machine-id | Mittel | Neuinstallation, Image-Vorbereitung oder manuelle Neuerzeugung | Kennzeichnet eine Betriebssysteminstallation und nicht die Hardware | | Browser-Fingerabdruck | Variabel | Änderungen an Browser, Betriebssystem, Erweiterungen, Treibern oder Einstellungen | Statistische Browseridentität, keine Hardware-Seriennummer |
Eine zusammengesetzte Kennung kann die Abhängigkeit von einem einzelnen schwachen Wert verringern. Der endgültige exakte Hash ändert sich jedoch weiterhin, sobald sich einer der einbezogenen Werte ändert.
Wie eine HWID erzeugt wird
Die meisten Implementierungen folgen drei Schritten.
1. Kennungen erfassen
Lokal installierte Software oder Betriebssystembefehle lesen die auf dem Gerät verfügbaren Werte aus. Ein Windows-Dienstprogramm kann die MachineGuid und CIM-Klassen abfragen; macOS stellt ausgewählte Werte über IOKit und system_profiler bereit; Linux macht Geräte- und Firmwaredaten über Dateien und Systemprogramme zugänglich.
Eine normale Webseite kann weder Mainboard-UUIDs noch Seriennummern physischer Datenträger oder MAC-Adressen auslesen. Sie kann nur Signale erfassen, die der Browser bereitstellt, etwa User-Agent, Bildschirmeigenschaften, Zeitzone, GPU-Renderer und Canvas-Ausgabe.
2. Werte normalisieren
Rohwerte können sich in Groß- und Kleinschreibung, Leerzeichen, Reihenfolge oder Zeichensetzung unterscheiden. Eine stabile Implementierung legt deshalb vor dem Vergleichen oder Hashen eine kanonische Darstellung fest:
machine_guid:6f9619ff-8b86-d011-b42d-00c04fc964ff
smbios_uuid:3f2504e0-4f89-41d3-9a0c-0305e82c3301
disk_serial:sn123456
Bei der Normalisierung muss außerdem festgelegt werden, wie fehlende Werte, generische Firmwarezeichenfolgen, mehrere Netzwerkadapter und virtuelle Geräte behandelt werden.
3. Hashen oder vergleichen
Die normalisierten Werte können mit SHA-256 verarbeitet werden, um einen Hashwert mit fester Länge zu erzeugen. Ein sicherer Hash gibt die ursprünglichen Zeichenfolgen nicht direkt preis. Er macht schwache Ausgangswerte jedoch weder eindeutig noch beweist er, dass die Daten von echter Hardware stammen.
An einem einzigen zusammengesetzten SHA-256-Hash lässt sich nicht erkennen, welche Komponente sich geändert hat. Sollen legitime Aufrüstungen toleriert werden, benötigt das System geschützte Nachweise auf Komponentenebene, eine gewichtete Abgleichsrichtlinie oder ein Verfahren zur erneuten Aktivierung des Geräts.
Hardware-ID und Browser-Fingerabdruck im Vergleich
Diese Konzepte sind verwandt, aber nicht identisch:
| Signal | Kennzeichnet | Für eine normale Website verfügbar? | Typische Beständigkeit | | --- | --- | --- | --- | | Hardware- oder Firmwarekennung | Eine Komponente oder ein Gerätemerkmal | Nein | Übersteht häufig Änderungen an Browser und Betriebssystem | | Installationskennung des Betriebssystems | Eine Betriebssysteminstallation | Nein | Kann sich nach einer Neuinstallation oder Image-Vorbereitung ändern | | Browser-Fingerabdruck | Eine Browserumgebung | Ja | Kann sich nach Änderungen an Software oder Einstellungen verändern | | IP-Adresse | Eine Netzwerkverbindung | Für den Server sichtbar | Ändert sich mit dem Netzwerk oder Anbieter |
Der Online-Generator für Fingerabdrücke erzeugt daher einen Browser-Fingerabdruck und keine Mainboard-UUID oder Datenträgerseriennummer. Verwenden Sie das Windows-Dienstprogramm oder dokumentierte Betriebssystembefehle, wenn Sie Geräte- oder Firmwarekennungen benötigen.
Gängige HWID-Formate
| Format | Beispiel | Was die Form erkennen lässt |
| --- | --- | --- |
| UUID / GUID | 3f2504e0-4f89-41d3-9a0c-0305e82c3301 | Ein standardisiertes 128-Bit-Format, aber kein Beleg dafür, dass die Kennung von Hardware stammt |
| SHA-256-ähnliche Hexadezimaldarstellung | 64 hexadezimale Zeichen | Passt zum Format eines SHA-256-Hashwerts, doch Algorithmus und Eingabewerte sind unbekannt |
| MD5-ähnliche Hexadezimaldarstellung | 32 hexadezimale Zeichen | Passt zum Format eines veralteten Hashwerts |
| MAC-Adresse | 00:1B:44:11:3A:B7 | Die Adresse einer Netzwerkschnittstelle, die geändert oder zufällig generiert werden kann |
| Seriennummer | Herstellerspezifischer Text | Bedeutung und Validierung hängen vom Hersteller ab |
| Zusammengesetzte ID | Präfixe und Trennzeichen | Eine vom Hersteller definierte Struktur mit einem oder mehreren Feldern |
Mit dem HWID-Validator und -Parser können Sie wahrscheinliche Formate erkennen und identifizierbare Abschnitte untersuchen. Eine plausibel aussehende Zeichenfolge ist kein Beleg dafür, dass der Wert echt, eindeutig oder an ein bestimmtes Gerät gebunden ist.
Wie Software HWIDs verwendet
Softwarelizenzierung
Ein Anbieter kann eine Aktivierung mit einer vom Gerät abgeleiteten Kennung verknüpfen. Bei späteren Prüfungen vergleicht die Software die aktuellen Merkmale mit der gespeicherten Aktivierung. Gute Systeme bieten Möglichkeiten zur Deaktivierung, Wiederherstellung oder Berücksichtigung von Aufrüstungen, statt Kunden nach der Änderung einer einzigen Komponente dauerhaft auszusperren.
Weitere Einzelheiten zur Implementierung finden Sie unter HWID-basierte Lizenzierung: Aktivierung und Hardwareänderungen.
Gerätevertrauen und Betrugssignale
Ein Gerätefingerabdruck kann als eines von mehreren Signalen in eine umfassendere Risikobewertung einfließen. Üblicherweise werden auch Kontoverlauf, Netzwerkreputation und Verhalten berücksichtigt; eine HWID allein ist kein Beweis für die Identität einer Person.
IT-Inventarisierung und Support
IT-Teams können ausgewählte Komponentenkennungen mit verwalteten Geräten verknüpfen. Supportsysteme können Protokollen und Tickets eine einheitliche Gerätereferenz zuordnen und den vollständigen Umgebungsbericht separat aufbewahren.
Durchsetzung von Anti-Cheat-Maßnahmen
Manche Herausgeber beziehen möglicherweise einen Gerätefingerabdruck in Entscheidungen über Sanktionen ein. Die genauen Eingabewerte und ihre Gewichtung sind üblicherweise nicht öffentlich. Der HWID Ban Checker vergleicht gemeldetes Verhalten mit gängigen Mustern für Konto-, Netzwerk- und Hardware-Sperren, kann jedoch weder auf die Datensätze eines Herausgebers zugreifen noch diese bestätigen.
Was geschieht bei Hardwareänderungen?
Das Ergebnis hängt von den verwendeten Eingabewerten ab:
- Beim Austausch des Mainboards ändern sich die vom Mainboard abgeleiteten Werte.
- Beim Austausch eines physischen Laufwerks ändert sich dessen Seriennummer, aber nicht zwangsläufig die MachineGuid.
- Bei einer Neuinstallation von Windows ändern sich in der Regel installationsspezifische Kennungen, nicht jedoch Firmware-Seriennummern.
- Beim Austausch eines Netzwerkadapters oder beim Aktivieren der zufälligen Vergabe von MAC-Adressen ändern sich die Netzwerkwerte.
- Nach einer Aktualisierung des Browsers, einer Erweiterung, eines Treibers oder einer Datenschutzeinstellung kann sich ein Browser-Fingerabdruck ändern.
Systeme, die Kontinuität gewährleisten müssen, sollten ihre Abgleichsregeln dokumentieren und einen legitimen Wiederherstellungsweg anbieten.
Datenschutzaspekte
Eine dauerhafte Gerätekennung kann als personenbezogenes Datum gelten, wenn sie mit einer Person, einem Konto oder einer Aktivität verknüpft ist. Erfassen Sie nur die Werte, die für einen festgelegten Zweck erforderlich sind, speichern Sie keine unnötigen Rohseriennummern, erläutern Sie die Aufbewahrungsdauer und schützen Sie jede serverseitig gespeicherte Darstellung.
Der Browser-Validator und -Parser werden lokal ausgeführt. Die optionale JSON-API empfängt Kennungen, die ihr gezielt übermittelt werden. Eine vollständige Erläuterung der Datenflüsse finden Sie in der Datenschutzerklärung.
Eine Kennung finden oder überprüfen
- Um Werte auf Ihrem eigenen Gerät auszulesen, folgen Sie den Befehlen für Windows, macOS und Linux.
- Für einen zusammengesetzten Windows-Bericht können Sie das portable Windows-Dienstprogramm herunterladen.
- Um einen bereits vorhandenen Wert zu untersuchen, verwenden Sie den HWID-Validator und -Parser.
Häufig gestellte Fragen
Ist eine HWID dasselbe wie eine Seriennummer?
Nicht unbedingt. Eine Seriennummer ist nur einer der möglichen Eingabewerte. Eine HWID kann eine Firmware-UUID, eine Installationskennung, eine unverarbeitete Seriennummer oder ein aus mehreren Werten gebildeter Hash sein.
Können zwei Geräte dieselbe HWID haben?
Ja. Eingabewerte können leer, generisch, geklont oder doppelt vergeben sein. Ein langer Hash verringert zwar zufällige Hashkollisionen, kann jedoch keine Eindeutigkeit hinzufügen, die bereits in den Ausgangswerten fehlte.
Kann eine Website meine Hardware-ID auslesen?
Eine normale Website kann weder Mainboard-UUIDs noch Seriennummern physischer Datenträger auslesen. Sie kann aus den zulässigen Browsersignalen einen Browser-Fingerabdruck erzeugen.
Ändert eine Neuinstallation von Windows die HWID?
Sie ändert installationsspezifische Werte wie die MachineGuid, normalerweise jedoch keine in der Firmware hinterlegten Seriennummern des Mainboards oder physischer Laufwerke. Eine herstellerspezifische zusammengesetzte Kennung ändert sich nur, wenn sich einer der dafür ausgewählten Eingabewerte ändert.
Kann ich eine HWID zurücksetzen?
Es gibt keine universelle HWID, die sich zurücksetzen ließe. Verwenden Sie bei lizenzierter Software die Deaktivierungs-, Geräteverwaltungs- oder Supportverfahren des Anbieters, statt zu versuchen, Kennungen zu fälschen.